Das Postamt in Heßler

Heßler war ursprünglich eine aus Einzelhöfen bestehende westfälische Bauerschaft und lag im äußersten nordwestlichen Zipfel der Grafschaft Mark. Seit dem 19. Jahrhundert bildete Heßler eine Landgemeinde in der preußischen Provinz Westfalen.

Eine historische Postkarte aus Heßler (ca. 1900) zeigt das Restaurant Zum Kaiserhain.
(Quelle: Sammlung Walter Mielenz).

Die Gemeinde gehörte zunächst zum Amt Wattenscheid des Kreises Bochum. Ab 1868 dann zum Amt Gelsenkirchen und ab 1876 zum Amt Schalke. Dieses gehörte dann wiederum ab dem 1. Juli 1885 zum neuen Kreis Gelsenkirchen. Zum 1. April 1903 wurde Heßler zusammen mit weiteren Gemeinden in die kreisfreie Stadt Gelsenkirchen eingemeindet.

Postalisch gehörte die Gemeinde Heßler ab dem Jahr 1848 zum Landzustellbezirk des Postamtes Gelsenkirchen. Zum 1. September 1873 wurde Hessler dann zusammen mit der Braubauerschaft und Bismarck dem Landzustellbezirk des Postamtes Schalke zugeordnet.

Im Jahre 1881 erfolgte die Eröffnung einer Postagentur im Hause Reichsstraße 17. Diese wurde zum 1. April 1900 zu einem Postamt 3. Klasse ernannt. 1902 zog die Post in ein neu errichtetes Haus in der Friedenstraße 31.
Die beiden folgenden Briefe aus den Jahren 1900 und 1901 tragen einen Einkreisstempel „HESSLER“ mit Datumsangabe, Uhrzeit und Tageszeit.

Postkarte vom 8. Januar 1900 mit Einkreisstempel „HESSLER“ nach Bodelschwingh bei Mengede, mit Ankunftsstempel „BODELSCHWINGH“ vom 9. Januar 1900 (Quelle: Sammlung Walter Mielenz).
Postkarte vom 2. Mai 1901 mit Einkreisstempel „HESSLER“, zwei Sternen und Uhrzeit. Statt der Zahl 2 wurden zwei lange Striche und als Datumsstrich ein kurzer Strich eingesetzt (Quelle: Sammlung Walter Mielenz).

Mit der Eingemeindung 1903 erhält das Postamt Heßler die Bezeichnung Gelsenkirchen 7. Es blieb aber weiterhin bis zum 1. April 1930 selbstständig und wurde dann dem Hauptpostamt Gelsenkirchen unterstellt. Verwendet wurden in dieser Zeit Gitterbrückenstempel „GELSENKIRCHEN 7“ mit zwei Sternen und Postamtsnummer, wie auf dieser nachfolgenden Postkarte aus dem Jahre 1905.

Postkarte von Gelsenkirchen-Heßler nach Hermannsburg vom 7. August 1905 mit Gitterbrückenstempel „GELSENKIRCHEN 7“ zwei Sternen und Postamtsnummer 7 (Quelle: Sammlung Walter Mielenz).

In den 1930er Jahren wurden in Heßler die Kreisstegstempel mit der Bezeichnung „GELSENKIRCHEN 7“ verwendet, wie auf dem folgenden Einschreiben vom 22. Juli 1937.

Einschreiben vom 22. Juli 1937 mit Kreisstegstempel mit der Bezeichnung „GELSENKIRCHEN 7“ mit einem Stern, Postamtsnummer 7 und Unterscheidungsbuchstabe „a“ (Quelle: Sammlung Walter Mielenz).

Am 5. März 1945 wurde das Postgebäude durch Bombentreffer zerstört. Eine Wiederaufnahme des Postdienstes erfolgte im Hause Fersenbruch 22.

Der letzte Umzug des Postamts Heßler erfolgte in das Haus Kanzlerstr. 29, wo es dann bis zur Schließung am 31. März 1998 beheimatet war. Nach dem 2. Weltkrieg bis in die 1960er Jahre wurde weiterhin der Kreisstegstempel „GELSENKIRCHEN 7“ verwendet. Allerdings wurden der Stern und Buchstabe entfernt, wie im folgenden Einschreibebrief zu sehen.

Einschreibebrief aus Gelsenkirchen-Heßler nach Essen-Rüttenscheid vom 30. November 1953 mit Kreisstegstempel „GELSENKIRCHEN 7“ (Quelle: Sammlung Walter Mielenz).

Ab 1963 erhielt das Postamt die neue Bezeichnung „465 Gelsenkirchen 7“. Die Deutsche Bundespost verwendete nun Kreisstempel mit Stegsegment oben, darin der Unterscheidungsbuchstabe. Unten befand sich die dreistellige Postleitzahl, zu sehen im folgenden Wertbrief.

Wertbrief über 100 DM von Gelsenkirchen-Heßler nach Gelsenkirchen-Schalke vom 2. Oktober 1978 mit Kreisstempel mit Stegsegment „465 Gelsenkirchen 7“ (Quelle: Sammlung Walter Mielenz).

Mit der Vereinheitlichung der vierstelligen Postleitzahlen in Gelsenkirchen und Buer am 2. April 1983 erhielt das Postamt Heßler die Bezeichnung „4650 Gelsenkirchen 14“.

Am 31. März 1983 war der Stempel „465 Gelsenkirchen 7“ letztmalig im Einsatz (links). Der neue Stempel „4650 Gelsenkirchen 14“ war erstmalig am 2. April 1983 im Einsatz (rechts). (Quelle: Poststempelkladde Gelsenkirchen der Gelsenkirchener Briefmarkenfreunde 1967 e. V.)

Zum 1. April 1998 erfolgte die Eröffnung einer Postagentur in der Lotto-Annahmestelle Marlis Weinand am Fersenbruch 22 mit der Bezeichnung „45879 Gelsenkirchen 1 zw“.

Heute befindet sich nur wenige Häuser weiter, im Fersenbruch 28, die Postfiliale 667 im „Heßler-Markt“. Der Supermarkt mit Post ist zentral im Stadtteil an der Ecke Grimmstraße/ Fersenbruch gelegen. Angeboten werden in der Postfiliale 667 diverse Brief- und Paketdiensteliestungen. Die Stempelbezeichnung lautet „45883 Gelsenkirchen 16 mw“.

Stempel mit der Bezeichnung „45883 Gelsenkirchen 16 mw“ aus der Postfiliale 667 im Heßler-Markt vom 21. Oktober 2025. (Quelle: Sammlung Benjamin Neumann).